Quartalsbericht. Q3/2022. SJB Surplus.

Sebastian Zimmermann, Leiter Investment und Research.

SJB | Korschenbroich, 21.10.2022.

Im dritten Quartal 2022 vollführten die globalen Aktienmärkte eine sehr uneinheitliche Entwicklung. Einer kräftigen Sommerrallye, die bis ca. Mitte August für steigende Kurse sorgte, stand in der zweiten Quartalshälfte ein Rückfall in den übergeordneten Abwärtstrend gegenüber. Per saldo wurden im Quartalsverlauf leicht schwächere Notierungen verzeichnet, da die Haupt-Belastungsfaktoren weltweite Zinserhöhungen, Energiepreisanstieg und Ukraine-Krieg wieder die Oberhand bei der Marktstimmung gewannen. Die FondsStrategie  SJB Surplus  verzeichnete in diesem weiter angespannten Marktumfeld moderate Kurseinbußen von 1,35 Prozent und kam relativ gut durch die jüngsten Börsenturbulenzen. Die Wertentwicklung der Surplus-Strategie fiel damit besser aus als die ihrer Morningstar-Benchmark Mischfonds EUR aggressiv – Global, die im dritten Quartal ein Minus von 2,00 Prozent erwirtschaftete.

Überdurchschnittlich gut schnitten im dritten Quartal Aktien aus dem Rohstoffsektor ab, die von der fortgesetzt hohen Nachfrage bei Industriemetallen sowie den gestiegenen Energiepreisen profitierten. In der Konsequenz konnte der Craton Capital Global Resources Fund ein solides Plus von +8,89 Prozent generieren und war damit die erfolgreichste Einzelposition der Surplus-Strategie im Berichtszeitraum. Trotz hoher geopolitischer Risiken und einer kräftig gestiegenen Inflationsrate zeigten sich die Edelmetallpreise schwach. Ungeachtet gesunkener Notierungen beim Goldpreis (-1,9 Prozent) sowie beim Silberpreis (-0,7 Prozent) gelang es dem Craton Capital Precious Metal Fund jedoch, im dritten Quartal um +1,78 Prozent zuzulegen.

Vergleichsweise attraktiv entwickelten sich im Berichtsquartal die Aktien defensiver Branchen wie Basiskonsum, Nahrungsmittel und Versorger. In der Konsequenz legte der Fidelity Global Consumer Industries Fund um +1,39 Prozent zu, der über nennenswerte Engagements bei Lebensmittelproduzenten und Online-Händlern verfügt. Ebenfalls im grünen Bereich bewegte sich der auf nachhaltig wirtschaftende kleine und mittlere Technologieunternehmen fokussierte Aktienfonds DPAM Equities NewGems Sustainable, der im Berichtszeitraum um +1,68 Prozent zulegte – ein kleines Kunststück angesichts der unter Druck stehenden Technologiebörsen. Die Liste der Gewinner-Fonds innerhalb der Surplus-Strategie wird durch den BB Adamant Biotech abgerundet, der angesichts eines stabilen HealthCare-Sektors eine positive Wertentwicklung von +6,73 Prozent im dritten Quartal generierte.

Unter größeren Abgabedruck gerieten im dritten Quartal die asiatischen Börsen. Da die fortgesetzte No-Covid-Politik in China zu wirtschaftlichen Einschränkungen führte und sich auch die Taiwan-Problematik negativ auf das Investoren-Sentiment auswirkte, gehörte der Fidelity Asia Pacific Opportunities Fund mit einer Wertentwicklung von -9,56 Prozent zu den schwächsten Positionen der SJB-Strategie Surplus. Noch stärker vergünstigte sich der Anteilspreis des New Capital China Equity Fund, der seit Aufnahme in die Surplus-Strategie Abschläge von 11,97 Prozent hinnehmen musste. Gemessen an der Wertentwicklung des Hang Seng Index von -21,5 Prozent im dritten Quartal wirkt die Performance des China-Fonds aber solide. Da Aktien aus den Bereichen Umwelttechnologie und Erneuerbare Energien unter den kräftigen Zinserhöhungen litten, rutschte im dritten Quartal der PRIMA Global Challenges mit 7,30 Prozent ins Minus. Langfristig betrachtet bleibt der von Dr. Hendrik Leber gemanagte Fonds aber aussichtsreich, da von den Bemühungen um eine „Energiewende“ und dem forcierten Klimaschutz weitere Unterstützung für die Portfolio-Unternehmen zu erwarten ist.

Im dritten Quartal 2022 haben wir das Portfolio der FondsStrategie SJB Surplus weiter optimiert und mit der Aufnahme des New Capital China Equity eine antizyklische Beimischung in Höhe von 3,0 Prozent des Strategievolumens getätigt. Die nach den jüngsten Kursrückgängen auf ein attraktives Bewertungsniveau zurückgekommenen Positionen des DNB Technology sowie des PRIMA Global Challenges wurden um jeweils 1,0 Prozent erhöht. Als Konsequenz aus den für europäische Aktien deutlich schlechteren Wachstumsaussichten haben wir zudem den Berenberg European Small Cap komplett aus der Strategie entfernt und die so frei gewordenen Mittel zur Aufstockung des T. Rowe Price – US Smaller Companies Equity sowie des iShares Dow Jones Global Titans 50 verwendet. Der Fokus der Surplus-Strategie liegt damit, ganz im Einklang mit den aktuellen BIP-Prognosen, verstärkt auf dem US-amerikanischen Raum.

Die hohe Inflation, der russische Angriffskrieg in der Ukraine mit seinen negativen Folgen für Energie- und Rohstoffpreise sowie die Erwartung weiterer kräftiger Zinserhöhungen lasten schwer auf der Weltwirtschaft. Nicht umsonst hat der Internationale Währungsfonds (IWF) zuletzt seine globale Wachstumsprognose für das kommende Jahr gesenkt und vor dem Risiko einer weltweiten Rezession gewarnt. In diesem weiter stark angespannten Marktumfeld behalten wir in der SJB-Strategie Surplus die vorsichtige Positionierung bei und fahren per Ende September eine Liquiditätsquote von 13,5 Prozent. Da die volatile Marktsituation auch neue Anlagemöglichkeiten hervorbringen dürfte, haben wir so die Möglichkeit, Kursrücksetzer für Nachkäufe zu nutzen und antizyklische Kaufchancen wahrzunehmen. Insgesamt dürfte die aktuelle Schwerpunktlegung auf die vom Ukraine-Krieg weniger betroffenen US-Börsen in Kombination mit den günstig bewerteten Technologiefonds (DNB Technology, DPAM NewGems) dazu führen, dass die Surplus-Strategie weiter gut durch die schwierige Börsenphase kommt. Während die Positionen in Edelmetall- und Rohstofffonds der Absicherung dienen, sind die nach antizyklischen Kriterien ausgewählten globalen und asiatischen Aktienfonds (DNB Disruptive Opportunities, Fidelity Asia Pacific Opportunities) dafür prädestiniert, bei wieder anziehenden Notierungen für Kursgewinne der SJB-FondsStrategie Surplus zu sorgen.

Siehe auch

Quartalsbericht. Q2/2022. SJB Surplus.

SJB | Korschenbroich, 19.07.2022. Im zweiten Quartal des Börsenjahres 2022 setzte sich die bereits vorherrschende Stimmungseintrübung an den internationalen Finanzmärkten nicht nur fort, sondern gewann an neuer Dynamik. Über alle Märkte und Anlageklassen hinweg kam es zu teils heftigen Kursrücksetzern, da sich die bereits vorhandenen geopolitischen und ökonomischen Belastungsfaktoren weiter intensivierten. In erster Linie sind …

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