Quartalsbericht. Q2/2022. SJB Substanz.

Tom Kandels, FondsVerwalter.

SJB | Korschenbroich, 20.07.2022.

Im zweiten Quartal des Börsenjahres 2022 setzte sich die bereits vorherrschende Stimmungseintrübung an den internationalen Finanzmärkten nicht nur fort, sondern gewann an neuer Dynamik. Über alle Märkte und Anlageklassen hinweg kam es zu teils heftigen Kursrücksetzern, da sich die bereits vorhandenen Probleme und Belastungsfaktoren weiter intensivierten. In erster Linie sind hier der fortgesetzte Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie die kräftigen Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed zu nennen. Im Umfeld explodierender Rohstoffpreise, einer Störung globaler Lieferketten sowie der Sorge vor einer Gefährdung der Energieversorgung verlor der DAX im Berichtsquartal 11,3 Prozent, während der MSCI World sogar 16,6 Prozent seines Wertes einbüßte. Vor diesem Hintergrund nimmt sich die Performance der FondsStrategie SJB Substanz vergleichsweise attraktiv aus: Die stabilitätsorientierte Anlagestrategie verzeichnete im zweiten Quartal eine Kursentwicklung von -8,30 Prozent und bewegte sich damit in etwa auf einer Linie mit der Morningstar-Benchmark Mischfonds EUR ausgewogen – Global, die eine Performance von -7,70 Prozent in Euro generierte.

Der FondsStrategie SJB Substanz kam im zweiten Quartal 2022 zugute, dass mit dem von der schweizerischen SIA Group aufgelegten Long Term Investment Fund – Classic ein Investmentprodukt im Portfolio enthalten war, das es seit Jahresbeginn auf eine positive Wertentwicklung von +7,27 Prozent gebracht hat. Der in der Strategie mit 10 Prozent gewichtete valueorientierte Fonds konnte sich dem aktuellen Kursrücksetzer erfolgreich widersetzen und selbst in dem angeschlagenen Marktumfeld positive Renditen verzeichnen. Das FondsManagement hatte bereits im Vorfeld auf die Sektoren am Aktienmarkt gesetzt, die Investoren derzeit die höchsten Gewinne bescheren: In erster Linie sind hier Öl- und Gasproduzenten zu nennen, aber auch defensive Werte wie Nahrungsmittelhersteller, die von der aktuellen Krise vergleichsweise wenig betroffen sind und sogar höhere Preise durchsetzen können, sind im FondsPortfolio stark vertreten. Der Lohn für diese so vorausschauende wie attraktive Positionierung: Innerhalb der Substanz-Strategie ist der LTIF Classic die am besten performende Einzelposition.

Weniger stark unter Abgabedruck als die europäischen und US-Börsen gerieten im zweiten Quartal die Märkte aus der asiatischen Region. Der neu in die Portfoliostruktur aufgenommene New Capital Asia Future Leaders Fund zeigte sich entsprechend stabil in seiner Kursentwicklung und lag mit einer Quartalsperformance von -1,81 Prozent nur leicht im negativen Bereich. Relativ gut entwickelten sich im zweiten Quartal auch Titel aus dem HealthCare- und Gesundheitssektor: In der Konsequenz verzeichnete der auf besonders ertragsstabile Aktien aus dem Gesundheitsbereich spezialisierte nova Steady HealthCare Fund im Berichtszeitraum ein moderates Minus von 6,32 Prozent.

Der dominanten Abwärtsbewegung nicht entziehen konnte sich im Berichtsquartal hingegen der Goldpreis und mit ihm die Kurse der Edelmetallaktien. Die Folgen des Kursrutsches beim gelben Edelmetall manifestierten sich in der schwachen Performance des Goldminenfonds Craton Capital Precious Metal, der über die letzten drei Monate eine Kursentwicklung von -28,11 Prozent verzeichnete. Ähnlich enttäuschend präsentierte sich die Performance des Craton Capital Global Resources Fund, der 31,29 Prozent seines Wertes im zweiten Quartal einbüßte. Hier wirkte sich negativ aus, dass die im Zuge des Ukraine-Konflikts zuerst in die Höhe geschossenen Preise von Industrierohstoffen konsolidierten – auch der Kupferpreis kam seit dem Hoch um 15 Prozent zurück. Von der angeschlagenen Verfassung der Technologiebörsen stark betroffen war der Pictet Global Megatrend Selection Fund, der mit seinem Fokus auf zinssensitive Tech-Titel eine negative Wertentwicklung von -12,98 Prozent im Berichtszeitraum generierte.

Im zweiten Quartal 2022 fand eine weitere Optimierung der FondsStrategie SJB Substanz statt, in deren Rahmen der auf asiatische Dividendentitel fokussierte Matthews Asia – Asia ex Japan Dividend Fund gegen den in derselben Region engagierten, aber noch stärker auf künftige Gewinner und Zukunftsbranchen spezialisierten New Capital Asia Future Leaders Fund ausgetauscht wurde. Die solide Performanceentwicklung des New Capital-Fonds, der aktuell eine Gewichtung von 5,0 Prozent in der Substanz-Strategie besitzt, gibt uns bei dieser Umschichtung recht.

Angesichts geplatzter Hoffnungen auf eine schnelle Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine, den negativen Konsequenzen steil gestiegener Energie- und Rohstoffpreise sowie der zunehmend zur Belastung für die Aktienmärkte werdenden steigenden Zinsen behalten wir in der FondsStrategie SJB Substanz die defensive Positionierung inklusive der hohen Liquiditätsquote von 20 Prozent bei. Die auf ein Rekordniveau gekletterten Inflationszahlen in Verbindung mit schwächeren Wachstumszahlen lassen das Szenario einer Stagflation oder gar das Abrutschen in eine Rezession als konkrete Gefahren erscheinen. In diesem angespannten Marktumfeld haben in der FondsStrategie SJB Substanz Sicherheit und Kapitalerhalt erste Priorität, die in erster Linie durch Investitionen in ausgewogene Mischfonds (Flossbach von Storch – Multiple Opportunities, ODDO BHF Polaris Moderate) gewährleistet werden sollen. Hinzu kommen Substanz- und Valuetitel favorisierende Aktienfonds, die eine vergleichsweise hohe Gewichtung von Öl- und Gasunternehmen vornehmen, zugleich aber durch Titel aus dem Nahrungsmittelsektor für Stabilität in der Portfoliostruktur sorgen. Diese Kombination aus defensiver Ausrichtung mit hoher Cashquote bei gleichzeitiger Chance zur Teilhabe an den Kurschancen einzelner Sektoren dürfte in der Substanz-Strategie die beste Positionierung für die aktuell sehr problematische Börsensituation sein.

Siehe auch

Quartalsbericht. Q3/2022. SJB Substanz.

SJB | Korschenbroich, 20.10.2022. Im dritten Quartal 2022 vollführten die globalen Aktienmärkte eine sehr uneinheitliche Entwicklung. Einer kräftigen Sommerrallye, die bis ca. Mitte August für steigende Kurse sorgte, stand in der zweiten Quartalshälfte ein Rückfall in den übergeordneten Abwärtstrend entgegen. Per saldo wurden im Quartalsverlauf leicht schwächere Notierungen verzeichnet, da die Haupt-Belastungsfaktoren weltweite Zinserhöhungen, Energiepreisanstieg …

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