Quartalsbericht. Q3/2022. SJB Nachhaltig.

Sebastian Zimmermann, Leiter Investment und Research.

SJB | Korschenbroich, 26.10.2022.

Im dritten Quartal 2022 vollführten die globalen Aktienmärkte eine sehr uneinheitliche Entwicklung. Einer kräftigen Sommerrallye, die bis ca. Mitte August für steigende Kurse sorgte, stand in der zweiten Quartalshälfte ein Rückfall in den übergeordneten Abwärtstrend gegenüber. Per saldo wurden im Quartalsverlauf leicht schwächere Notierungen verzeichnet, da die Haupt-Belastungsfaktoren weltweite Zinserhöhungen, Energiepreisanstieg und Ukraine-Krieg wieder die Oberhand bei der Marktstimmung gewannen. Die FondsStrategie SJB Nachhaltig verzeichnete in diesem weiter angespannten Marktumfeld moderate Kurseinbußen von 1,47 Prozent und kam mit ihrem ESG-Fokus relativ gut durch die jüngsten Börsenturbulenzen. Die Wertentwicklung der Nachhaltigkeits-Strategie stellte sich damit besser dar als die der Morningstar-Benchmark Mischfonds EUR aggressiv – Global, die im dritten Quartal ein Minus von 2,00 Prozent generierte.

Überdurchschnittlich gut schnitten im dritten Quartal Aktien aus den Bereichen Erneuerbare Energien und Umweltschutz ab, was sich in der positiven Wertentwicklung des Pictet Global Environmental Opportunities niederschlug – der Fonds legte um +3,66 Prozent zu. Der im selben Sektor aktive DNB Renewable Energy Fund notierte im Berichtszeitraum nahezu unverändert und beendete das Quartal mit einem hauchdünnen Minus von 0,25 Prozent. Dass die Umgestaltung städtischer Lebensräume durch Energiekrise und stärkeren Klimaschutz Auftrieb bekommt, zeigte sich an der Performance des Pictet Smart City, der über die letzten drei Monate Kursgewinne von +1,45 Prozent erwirtschaftete. Auch der Mediolanum Global Impact Fonds mit seinem Fokus auf Nachhaltigkeitsaktien konnte den widrigen Marktbedingungen trotzen und mit einem Wertzuwachs von +0,23 Prozent zum Erfolg der Strategie SJB Nachhaltig beitragen.

Unter größeren Abgabedruck gerieten im dritten Quartal die asiatischen Börsen. Da die fortgesetzte No-Covid-Politik in China zu wirtschaftlichen Einschränkungen führte und sich auch die Taiwan-Problematik negativ auf das Investoren-Sentiment auswirkte, gehörte der BB Adamant Asia Pacific Healthcare mit einer Wertentwicklung von -7,71 Prozent zu den schwächsten Positionen der SJB-Strategie Nachhaltig. Der das gesamte Handelsjahr 2022 prägende Kursrutsch bei Technologieaktien setzte sich, wenn auch in abgemilderter Form, im dritten Quartal fort. Dieser Entwicklung musste der DNB Technology Fund Tribut zollen, der im Berichtszeitraum eine Performance von -6,31 Prozent verzeichnete. Angesichts der Erwartung weiterer Zinsanhebungen gerieten auch Aktien der Umwelttechnologie ins Hintertreffen, weshalb der PRIMA Global Challenges im dritten Quartal mit 7,30 Prozent ins Minus rutschte. Langfristig betrachtet bleibt der von Dr. Hendrik Leber gemanagte Fonds aber aussichtsreich, da von den Bemühungen um eine „Energiewende“ und dem forcierten Klimaschutz weitere Unterstützung für die Portfolio-Unternehmen zu erwarten ist.

Im dritten Quartal 2022 haben wir das Portfolio der FondsStrategie SJB Nachhaltig weiter optimiert und mit der Aufnahme eines explizit nachhaltigen Geldmarktfonds das ESG-Profil verbessert. Der nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung klassifizierte Candriam Sustainable Money Market Euro ersetzt nun den ODDO BHF Money Market als Liquiditätsspeicher und nimmt aktuell 18 Prozent des Strategievolumens ein. Nach seiner vergleichsweise schwachen Wertentwicklung komplett aus der Strategie entfernt wurde zudem der Berenberg Sustainable World Equities, der zuvor über eine Gewichtung von 8,0 Prozent verfügte. Die so frei gewordenen Mittel wurden zur Aufstockung langfristig erfolgversprechender Fonds wie dem L&G Clean Water ETF, dem Digital Leaders Fund und dem DNB Renewable Energy verwendet. Auch der vom verstärkten Trend zu nachhaltiger Lebensmittelproduktion profitierende DPAM Equities Sustainable Food Trends wurde in seiner Gewichtung um 2,0 Prozent angehoben.

Die hohe Inflation, der russische Angriffskrieg in der Ukraine mit seinen negativen Folgen für Energie- und Rohstoffpreise sowie die Erwartung weiterer kräftiger Zinserhöhungen lasten schwer auf der Weltwirtschaft. Nicht umsonst hat der Internationale Währungsfonds (IWF) zuletzt seine globale Wachstumsprognose für das kommende Jahr gesenkt und vor dem Risiko einer weltweiten Rezession gewarnt. In diesem weiter stark angespannten Marktumfeld führen wir in der SJB-Strategie Nachhaltig die vorsichtige Positionierung fort und halten per Ende September eine hohe Liquiditätsquote von 18,0 Prozent. Da die volatile Marktsituation auch neue Anlagemöglichkeiten hervorbringen dürfte, haben wir so die Möglichkeit, Kursrücksetzer für Nachkäufe zu nutzen und antizyklische Kaufchancen wahrzunehmen. Auch wenn einzelne Sektoren der Nachhaltigkeitsaktien gemeinsam mit Technologietiteln unter Zinsanhebungen und schlechteren Finanzierungsbedingungen leiden dürften, so sorgen doch der fortgesetzte Kampf gegen den Klimawandel und die immer dringlichere Energiewende für dauerhaftes Aufwärtspotenzial im Bereich ESG-konformer Fonds. Die aktuelle Schwerpunktlegung auf Erneuerbare Energien (Pictet Global Environmental Opportunities, DNB Renewable Energy) und günstig bewertete Technologiefonds (DNB Technology, Digital Leaders Fund) lässt attraktive Renditechancen bei wieder anziehenden Notierungen erwarten. Abgerundet wird das zukunftsorientierte Portfolio der SJB-FondsStrategie Nachhaltig durch defensive Positionen aus dem Gesundheits- und Nahrungsmittelsektor (nova Steady HealthCare, DPAM Equities Sustainable Food Trends), die sicherstellen, dass die Strategie gut durch schwierigere Börsenphasen kommt.

Siehe auch

Quartalsbericht. Q2/2022. SJB Nachhaltig.

SJB | Korschenbroich, 21.07.2022. Im zweiten Quartal des Börsenjahres 2022 setzte sich die bereits vorherrschende Stimmungseintrübung an den internationalen Finanzmärkten nicht nur fort, sondern gewann an neuer Dynamik. Über alle Märkte und Anlageklassen hinweg kam es zu teils heftigen Kursrücksetzern, da sich die bereits vorhandenen geopolitischen und ökonomischen Belastungsfaktoren weiter intensivierten. In erster Linie sind …

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