FondsAnalyse: SJB FondsPortrait. I-AM Vision Microfinance Local Currency (WKN A1C3WH, ISIN LU0533937727).

Dr. Volker Zenk, FondsAnalyst SJB FondsSkyline 1989 e.K.

SJB | Korschenbroich, 10.05.2023.

Sein eigenes Geld nachhaltig investieren und dabei eine attraktive, nicht mit den Kursbewegungen des Aktienmarktes korrelierte Rendite erzielen – dies machen Mikrofinanzfonds möglich. Doch was sind Mikrofinanzkredite überhaupt? Der Bereich der Mikrofinanz macht es Kleinstunternehmern, darunter überdurchschnittlich viele Frauen, möglich, einen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu erhalten, um sich so eine Existenz oder eine Zukunft mit besseren Perspektiven aufzubauen.

Oft werden die Kleinkredite im Mikrofinanzsektor nur für die Finanzierung einer einzigen Anschaffung verwendet. Diese kann eine Nähmaschine, ein Herd oder ein Kühlschrank sein, um in der Folge einem Kleingewerbe nachgehen zu können und sich so den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Vergeben werden diese Gelder in Form von Kleinkrediten von Mikrofinanzinstituten (MFIs) an Menschen, die aufgrund zu geringer Bonität oder zu niedrigem Einkommen vom traditionellen Finanzsektor ausgeschlossen sind. FondsManager Christoph Eckart von Impact Asset Management, der den I-AM Vision Microfinance Local Currency betreut, nennt es als Ziel des Mikrofinanzfonds, durch Investitionen in den ärmsten Ländern der Welt dort lebenden Menschen eine „finanzielle Inklusion“ zu ermöglichen und dadurch eine nachhaltige und langfristige Entwicklung anzustoßen. Durch die Vergabe von Mikrofinanzkrediten erhalten einkommensschwache Personen die Chance, ihre Lebensqualität zu verbessern, indem sie Zugang zu nachhaltiger Landwirtschaft, erneuerbaren Energien, medizinischer Versorgung und Bildung bekommen. Zugleich wird so das Unternehmertum stimuliert. Der I-AM Vision Microfinance bewegt sich im Bereich der Impact Investments und verfügt in seinem FondsPortfolio vorwiegend über festverzinsliche Anlagen von sorgfältig ausgewählten Mikrofinanzinstituten aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Damit leistet der Fonds einen positiven Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Social Development Goals, SDGs), wobei vor allem die Ziele 1 „Armutsbekämpfung“, SDG 5 „Geschlechter-Gleichstellung“ sowie SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ im Mittelpunkt stehen. Aufgrund seiner hohen sozialen Wirkung ist der Mikrofinanzfonds als ein Artikel-9-Produkt („Impact Fonds“) gemäß der EU-Offenlegungs-Verordnung (SFDR) klassifiziert.

Der I-AM Vision Microfinance Local Currency R EUR T (WKN A1C3WH, ISIN LU0533937727) wurde am 27. September 2010 aufgelegt und enthält in den jeweiligen Lokalwährungen denominierte Mikrofinanzkredite. Auf diesem Weg kann der Fonds von Fremdwährungseffekten und dem deutlich höheren Zinsniveau der lokalen Währungen profitieren. Das aktuelle FondsVolumen liegt bei 41,46 Millionen Euro, eine Benchmark wird nicht verwendet. Der Handel findet einmal monatlich zum Monatsultimo statt. FondsManager Christoph Eckart wählt die Mikrofinanzinstitute (MFIs) auf Basis eines stringenten Anlage- und Due Diligence-Prozesses aus, wobei eine strenge Überprüfung der Institute vor Ort sicherstellt, dass die sozialen Ziele und Nachhaltigkeitsvorgaben erfüllt werden. Welche Performance kann die Anlagestrategie verzeichnen, die sich neben positiven Renditen gleichermaßen über die sozialen Auswirkungen ihrer Investments definiert?

FondsEntwicklung. Übersichtlich.

Für unsere SJB FondsAnalyse haben wir den I-AM Vision Microfinance Local Currency dem Bloomberg Euro Aggregate Bond 1-3 Year als Vergleichsindex gegenübergestellt. Der Index bildet die Wertentwicklung von Euro-Anleihen mit einer Restlaufzeit zwischen einem und drei Jahren ab und bewegt sich damit genau in dem Bereich des Mikrofinanz-Fonds, dessen durchschnittliche Laufzeit bei 22 Monaten liegt. Über den jüngsten Fünfjahreszeitraum hat der I-AM-Fonds eine attraktive Rendite von +3,63 Prozent p.a. in Euro erzielen können (Stand 13.04.2024) – eine erheblich bessere Performance, als sie die Benchmark für kurzlaufende Euro-Anleihen aufzuweisen hat: Der Bloomberg-Referenzindex verzeichnet für denselben Zeitraum ein negatives Ergebnis von -0,23 Prozent p.a. auf Eurobasis. Doch nicht nur langfristig, sondern auch mittelfristig kann das aus Mikrofinanzkrediten zusammengesetzte Portfolio des Impact-Fonds den Vergleichsindex klar schlagen: Einer Rendite p.a. von +4,62 Prozent des I-AM-Fonds über drei Jahre steht eine erneut im roten Bereich befindliche jährliche Performance von -0,53 Prozent des Bloomberg Euro Aggregate Bond 1-3 Year Index gegenüber. Abgerundet wird der generelle Renditevorsprung, den der aktiv gemanagte Fonds gegenüber der passiven Benchmark erzielt, durch die Wertentwicklung über ein Jahr: Einer Performance von +6,51 Prozent in Euro des Impact-Fonds steht eine weniger als halb so hohe Jahresrendite des SJB-Vergleichsindex von lediglich +3,12 Prozent gegenüber. Das Ergebnis des Performancevergleichs ist eindeutig und fällt klar zugunsten des Mikrofinanzfonds aus: In allen drei untersuchten Zeithorizonten generiert dieser eine Mehrrendite im Vergleich zum Euro Aggregate Bond Index und beweist damit, dass Mikrofinanzfonds auch von der Wertentwicklung her überzeugen können. Anleger finden hier überdurchschnittliche Renditen bei gleichzeitiger Beachtung strenger ESG-Kriterien – wie sieht es mit den Volatilitätswerten des I-AM-Produktes aus?

Der I-AM Vision Microfinance Local Currency generiert seinen Performancevorsprung gegenüber der Benchmark mit einer gedämpften Schwankungsneigung. Über die letzten fünf Jahre liegt die annualisierte Volatilität des Fonds bei 3,81 Prozent, auf Dreijahressicht geht die „Vola“ auf 2,53 Prozent zurück. Noch geringer fallen die mittleren Wertschwankungen über ein Jahr mit 2,44 Prozent aus. Insgesamt schwankt das I-AM-FondsProdukt etwas stärker als der SJB-Vergleichsindex: Der Bloomberg Euro Aggregate Bond 1-3 Year wartet im Fünfjahreshorizont mit einer Volatilität von 1,65 Prozent auf, wobei sich die Schwankungsbreite über drei Jahre auf 2,01 Prozent erhöht. In den letzten zwölf Monaten verzeichnet der Anleihenindex für europäische Kurzläufer eine mittlere Schwankungsintensität von 1,66 Prozent. Der von Impact Asset Management aufgelegte Mikrofinanzfonds erzielt seine besseren Renditeergebnisse also mit einer etwas höheren Schwankungsbreite als die Benchmark, weist aber mit seiner durchweg unter vier Prozent befindlichen Volatilität absolut betrachtet geringe Schwankungen auf. Damit ist das Rendite-Risiko-Profil des Impact-Fonds als attraktiv zu kennzeichnen, zumal die Fokussierung auf Lokalwährungen naturgemäß höhere Schwankungen bedingt. Wie sieht die FondsStrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Entschlüsselt.

Der I-AM Vision Microfinance Local Currency investiert vorwiegend in festverzinsliche Anlagen von sorgfältig ausgewählten Mikrofinanzinstituten (MFIs) in Entwicklungsländern in lokaler Währung. Der Fonds legt Wert auf eine hohe soziale Nachhaltigkeit und berücksichtigt, um die strengen Vorgaben der EU-Offenlegungsverordnung zu erfüllen, neben den direkten Auswirkungen der MFIs auch das indirekte Risiko der finanzierten Finanzinstitute auf den Ebenen von Umwelt, Soziales und Governance (ESG). Hier hat der I-AM Vision Microfinance im Bereich Soziales, der den Umgang mit Mitarbeitern, den Kundenschutz und die Auswirkungen der MFIs auf lokale Gemeinschaften umfasst, mit 75 Prozent das höchste Rating erzielt. Die durchschnittliche ESG-Bewertung des I-AM-Fonds im Bereich Umwelt liegt bei 68 Prozent, während sie im Bereich Governance 73 Prozent beträgt. Wie FondsManager Christoph Eckart betont, ist ein wesentliches Anlageziel des Mikrofinanzfonds von Impact Asset Management die finanzielle Inklusion. So sei zwar der Anteil der Menschen, die Zugang zu Finanzdienstleistungen wie einem Bankkonto haben, weltweit gestiegen, aber weiter ungleichmäßig verteilt. Vor allem Frauen und arme, junge und arbeitslose Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern würden beim Zugang zu Finanzdienstleistungen im traditionellen Finanzsystem benachteiligt. Um dies auszugleichen, investiert der I-AM Vision Microfinance in Ländern, in denen der gewichtete Durchschnitt von Menschen, die ein Bankkonto bei einem Finanzinstitut haben, bei gerade einmal 60 Prozent liegt. Die Konsequenz: Der I-AM Vision Microfinance kann nachweislich dazu beitragen, die finanzielle Inklusion zu erhöhen, wie es auch der von dem Schweizer Impact Investing-Spezialisten Tameo Impact Fund Solutions erstellte Social Impact Report 2023 bestätigt. Die jährlichen Due Diligence-Reisen des FondsManagements des I-AM-Mikrofinanzfonds runden die Untersuchung der erzielten Nachhaltigkeit ab. So besuchten die Mikrofinanzexperten im vergangenen Jahr Indonesien und Mexiko, um sich persönlich ein Bild von der Arbeit der unterstützten Mikrofinanzinstitute zu machen.

Die am stärksten berücksichtigte Region bei der Vergabe der Mikrofinanzkredite ist aktuell Zentralamerika inkl. Mexiko und der Karibik mit 24,5 Prozent des Gesamtportfolios. 21,8 Prozent der Investments des I-AM Vision Microfinance Local Currency werden in Südamerika getätigt, 21,4 Prozent des FondsVolumens ist bei Mikrofinanzinstituten in Zentralasien angelegt. Im Mittelfeld der geographischen Aufteilung des Mikrofinanzfonds befinden sich die Regionen Südostasien und Pazifik (10,2 Prozent) sowie Südasien mit 9,4 Prozent. Kleinere Bestände an Mikrofinanzkrediten im Kaukasus (5,7 Prozent), Subsahara-Afrika (4,0 Prozent) sowie Zentral- und Osteuropa (3,0 Prozent) runden die Portfoliostruktur ab. Die drei am stärksten gewichteten Einzelländer im Portfolio des I-AM Vision Microfinance Local Currency Fonds sind derzeit Costa Rica, die Mongolei und Armenien, worin sich exemplarisch die breite Diversifikation des Fonds zeigt. Im Hinblick auf die soziale Reichweite ist hervorzuheben, dass zehn Prozent der Investitionen des Mikrofinanzfonds in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt getätigt wurden. Hierzu gehören laut aktueller Definition der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) Bangladesch, Kambodscha, Myanmar und Nepal.

Auf Währungsebene gab es zuletzt die größten positiven Performancebeiträge vom mexikanischen Peso (MXN) sowie dem costa-ricanischen Colon (CRC) zu verzeichnen, die jeweils um rund 2,5 Prozent zum US-Dollar aufwerteten. Noch stärker legte der Ariary aus Madagaskar zu (MAG), der mit einer Aufwertung von 3,0 Prozent zum USD der Top-Performer des letzten Handelsmonats war. Einbußen gab es hingegen bei der Währungsentwicklung des georgischen Lari (GEL) mit -1,6 Prozent sowie bei der Währung von Usbekistan (-1,3 Prozent zum US-Dollar) zu verzeichnen. Dass die über den I-AM Vision Microfinance Local Currency Fonds vergebenen Mikrofinanzkredite tendenziell kurzfristiger Natur sind, zeigt sich in der modifizierten Duration des Portfolios von 1,17 Jahren sowie der durchschnittlichen Laufzeit der Investments von 22 Monaten. Sehr attraktiv wirkt der Durchschnittskupon der im Portfolio befindlichen Mikrofinanzanleihen, der 12,9 Prozent auf Basis der entsprechenden Lokalwährungen beträgt – ein ausreichender Puffer, um Währungsschwankungen abzufedern oder gar von einer Aufwertung der Frontier-Markets-Währungen zu profitieren.

Dr. Volker Zenk, FondsAnalyst SJB FondsSkyline 1989 e.K.

SJB Fazit. I-AM Vision Microfinance Local Currency.

Wer mit seinen Geldanlagen zugleich das Ziel verfolgt, Gutes zu tun und in den ärmsten Ländern der Welt finanzielle Inklusion zu ermöglichen, ist beim I-AM Vision Microfinance Local Currency genau am richtigen Platz. Die von dem Impact-Fonds vergebenen Kredite an Mikrofinanzinstitute tragen dazu bei, dass vom klassischen Finanzmarkt ausgeschlossene Menschen ein Kleinstgewerbe betreiben und sich so eine Existenz aufbauen können. Doch nicht nur von den positiven sozialen Auswirkungen her, sondern auch unter Betrachtung der erzielbaren Erträge ist das Investment in den Mikrofinanzfonds von Impact Asset Management attraktiv: Die sehr stabilen und mit dem Aktien- und Anleihemarkt kaum korrelierten Renditen zwischen vier und sechs Prozent auf Euro-Basis machen den I-AM Vision Microfinance Local Currency Fonds zur perfekten Symbiose von Nachhaltigkeit und Rendite!

Siehe auch

FondsAnalyse: SJB FondsEcho. Perspektive OVID Equity ESG Fonds (WKN A2DHTY, ISIN DE000A2DHTY3)

Immer mehr Investoren achten darauf, dass ihre Anlagen nicht nur attraktive Renditen erzielen, sondern auch dezidierte Nachhaltigkeitskriterien beachten. In diesem Bereich ESG-konformer und „grüner“ Investments ist seit gut sieben Jahren die Perspektive Asset Management AG aus München aktiv, die sich das langfristige Investieren in nachhaltige Qualitätsunternehmen auf die Fahnen geschrieben hat.

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