Pressemitteilung NN Investment Partners: Das Risiko an den Märkten ist nicht größer geworden

NN | Frankfurt, 21.09.2017.

Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer bei NN Investment Partners: Das aktuelle Verhalten der Märkte mag manche Beobachter verwirren, im Grunde hat sich jedoch nichts Neues getan. Die Welt ist voller Unsicherheiten, und wir befassen uns gerne mit den Ursachen dafür. Es ist jedoch kaum möglich, stichhaltige Argumente für die Auffassung zu finden, die Unsicherheit sei derzeit ungewöhnlich hoch. Hurrikane, geopolitische Konflikte, Unklarheit über den politischen Kurs und potenzielle Umwälzungen in der Wirtschaft hat es in praktisch jedem Jahrzehnt seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben. Trotz Aus der Entwicklung an den Märkten lässt nichts darauf schließen, dass sich in jüngster Zeit viel geändert hat oder wir äußerst unsicheren Zeiten entgegen gehen. Das heißt natürlich nicht, dass keine Unsicherheit vorhanden ist – aber man sollte diese Einschätzung der Märkte auch nicht außer Acht lassen.

Zwar haben sie in der Vergangenheit hin und wieder Schocks und Krisen nicht vorausgesehen. Viel häufiger ist es jedoch der Fall, dass erfahrene Marktteilnehmer Alarm schlagen und dann keine Krise eintritt. Daher lohnt sich der Hinweis, dass im bisherigen Jahresverlauf keine aufsehenerregende Marktentwicklung stattgefunden hat. In den meisten Anlageklassen wurden moderate Renditen erzielt, und die Volatilität nimmt weiter ab. Vielerorts sind die absoluten Bewertungen hoch, gleichzeitig liegen die relativen Risikoprämien jedoch zumeist nahe oder über dem langfristigen Durchschnitt. Nur bei Unternehmensanleihen erscheinen die Spreads gegenüber Staatsanleihen im historischen Vergleich gering.

Anlegerverhalten drückt Marktvolatilität

Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die wichtigsten Marktfaktoren: die Makro-Fundamentaldaten, den politischen Ausblick und das Verhalten der Anleger. Fangen wir mit dem Verhalten der Anleger an. Die steigende Beliebtheit von passiven Anlagen und Algorithmus-basiertem Handel, die ausgeprägten quantitativen Lockerungen und die durch neue Regulierungsvorschriften ausgelösten Kapitalströme in die Rentenmärkte könnten das Verhalten der Anleger so beeinflusst haben, dass es die Marktvolatilität drückt. Kurzfristig dürften zudem die größere Vorsicht und die anhaltend hohen Kassenbestände der aktiven Manager dazu geführt haben, dass eine plötzliche Zunahme oder ein Anhalten von Marktturbulenzen weniger wahrscheinlich geworden ist.

Fundamentaldaten mit Licht und Schatten

Was die Fundamentaldaten betrifft, so befindet sich die Weltwirtschaft im besten Zustand seit einem Jahrzehnt und die Unternehmensgewinne verzeichnen die stärkste Erholung seit dem Jahr 2009. Allerdings haben in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Hoffnungen auf eine globale Reflation die Märkte getragen. Im laufenden Jahr zeigte sich jedoch allmählich, dass es nach wie vor an Produktivitätssteigerungen und Inflation für eine solche Entwicklung mangelt. Ohne diese Faktoren kann das nominale Wachstum der Weltwirtschaft jedoch nicht über den oberen Rand des Korridors steigen, in dem es sich seit drei Jahren befindet. Für reale, wachstumsorientierte Vermögenswerte wie Aktien wäre dies jedoch erforderlich, damit die Kurse noch weitere ein bis drei Jahre steigen können. In der Zwischenzeit dürften zahlreiche Anleger weiter auf Vermögenswerte setzen, die regelmäßige Erträge oder Renditen erbringen. Angesichts der guten konjunkturellen Situation ist das Risiko von Zahlungsausfällen und Dividendenkürzungen niedrig. Gleichzeitig reicht ein relativ schwaches Wachstum, um die Renditeziele zu erreichen.

Und zudem sinken die Risikoprämien an den Renten- und Aktienmärkten auch deshalb nicht, weil der Inflationsausblick unklar ist und traditionelle Analysemodelle hier nicht mehr richtig tragen. Zumal auch Unsicherheit über den Kurs der Zentralbanken besteht. Darüber hinaus lassen die Märkte die (geo-)politischen Risiken natürlich auch nicht völlig außer Acht. Das Zusammenfallen all dieser Unsicherheiten erklärt weitgehend, warum die Risikoprämien an den Märkten für Staatsanleihen und den Aktienmärkten (im Vergleich zu Anleihen) im historischen Vergleich nicht gering sind.

In gewisser Weise hat sich also an der Situation wenig geändert, wie sie bereits über weite Strecken des Jahres oder sogar noch länger zu beobachten ist. Dennoch lohnt es sich, sich immer darüber im Klaren zu sein, welche Faktoren eine Rolle spielen. Denn so kann man besser verstehen, warum der Markt sich gerade so und nicht anders verhält – und was ihn künftig zu einem Kurswechsel veranlassen könnte. In der derzeitigen Situation halten wir an einer diversifizierten Asset Allokation und einer moderaten Risikobereitschaft fest, denn im jetzigen fundamentalen Umfeld sind die Renditeaussichten für Fixed-Income-Spreadprodukte, Immobilien und Rohstoffe günstiger als für niedriger rentierende Fixed-Income-Produkte. Zudem kann man weiter auf eine überzeugendere Reflation hoffen. Aber um die Risiken, die von eventuellen politischen Schocks ausgehen könnten, in den Hintergrund rücken zu lassen, wären weitere Hinweise auf eine Inflationsbeschleunigung und ein stärkeres Produktivitätswachstum erforderlich. Wir hoffen auf eine Entwicklung der Märkte in diese Richtung.

 

Rechtliche Hinweise:
Diese Publikation dient allein Informationszwecken. Sie stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Insbesondere handelt es sich hierbei weder um ein Angebot oder einen Prospekt noch eine Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf von Wertpapieren, zur Abgabe eines Angebots oder zur Teilnahme an einer bestimmten Handelsstrategie. Dieses Dokument ist nur für professionelle Anleger im Sinne der MiFID-Richtlinie bestimmt. Obwohl die hierin enthaltenen Informationen mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurden, übernehmen wir keine – weder ausdrückliche noch stillschweigende – Gewähr für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit. Wir behalten uns das Recht vor, die hierin enthaltenen Informationen jederzeit und unangekündigt zu ändern oder zu aktualisieren. Eine direkte oder indirekte Haftung der NN Investment Partners B.V., NN Investment Partners Holdings N.V. oder anderer zur NN-Gruppe gehörender Gesellschaften sowie deren Organe und Mitarbeiter für die in dieser Publikation enthaltenen Informationen und/oder Empfehlungen ist ausgeschlossen. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Anlageberatung oder -leistungen zu verstehen. Falls Sie Anlageleistungen wünschen, setzen Sie sich bitte mit unserer Geschäftsstelle in Verbindung. Sie nutzen die hierin enthaltenen Informationen auf eigene Gefahr. Investitionen sind mit Risiken verbunden. Bitte beachten Sie, dass der Wert der Anlage steigen oder sinken kann und die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Gewähr für die zukünftige Wertentwicklung bietet. Diese Publikation und die darin enthaltenen Informationen dürfen ohne unsere schriftliche Genehmigung weder kopiert, vervielfältigt, verbreitet noch Dritten in sonstiger Weise zugänglich gemacht werden. Diese Publikation ist kein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren und richtet sich nicht an Personen in Ländern, in denen die Verbreitung solcher Materialien rechtlich verboten ist. Für alle Ansprüche im Zusammenhang mit diesem Haftungsausschluss ist niederländisches Recht maßgeblich.

Deutschland: NN Investment Partners B.V. German Branch, Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main, www.nnip.com, Kontakt: christian.kronberger@nnip.com, Tel. + 49 69 50 95 49-15 Schweiz: NN Investment Partners (Switzerland) Ltd., Schneckenmannstrasse 25, 8044 Zürich, Switzerland, www.nnip.com,Kontakt: switzerland@nnip.com, Tel. +41 58 252 55 50
Österreich: NN Investment Partners  – Vienna Branch, Ungargasse 64-66/3/305, A-1030 Wien,Kontakt: info@nnip.com, Tel. +39 02 89 629 22 22

Siehe auch

Pressemitteilung Columbia Threadneedle Investments: Wahlen in Frankreich: Märkte beruhigen sich, Fundamentaldaten bei Anleihen bleiben robust

Columbia Threadneedle | Frankfurt am Main, 05.07.2024. Nachdem Emmanuel Macron das Parlament Anfang Juni aufgelöst und Neuwahlen angekündigt hatte, begeben sich die französischen Wähler am Sonntag für eine zweite Wahlrunde an die Urnen. Mit welchem Wahlausgang sie rechnen, was das für Märkte bedeutet und wie es um Anleihen steht, verraten Dave Chappell, Senior Portfolio Manager, …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert