Das Investment: Multi Asset 2.0: Die neue Mischfonds-Generation

sjb_werbung_das_investment_300_200„Das Universum an Investmentprodukten, die auf die risikokontrollierte Mischung verschiedener Anlageklassen setzen, ist stark gewachsen. Den Überblick zu behalten fällt schwer – zumal die Ergebnisse recht unterschiedlich ausfallen.”

Was heute ein bisschen wie ein märchenhaftes „Es war einmal …“ klingt, war bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 die reale Welt eines Anlegers: Mit solide verzinsten Staatsanleihen ließ sich ein Depot auf ein relativ stabiles Fundament stellen, um dann mit Aktien attraktive Zusatzerträge zu erzielen. Dieses scheinbar einfache Prinzip aus Sicherheit und Renditeturbo funktionierte auch in Krisenzeiten recht gut, da sich die Kurse von Anleihen und Aktien in turbulenten Phasen überwiegend gegenläufig entwickelten.

Die Lehman-Pleite und der weltweite Aktien-Crash läuteten aber eine völlig neue Ära an den Finanzmärkten ein, die mit sinkenden Zinsen und zunehmenden Korrelationen, also gleichläufigen Kursentwicklungen bei verschiedenen Anlageklassen, aktuell ihren vorläufigen Höhepunkt zu finden scheint. Mischfonds waren zunächst eine willkommene Antwort auf die Verunsicherung während und nach der Finanzkrise, schließlich funktionierte der Risikoausgleich zwischen Anleihen und Aktien noch relativ gut. Denn die Verzinsung von Staatsanleihen lieferte noch einen ausreichenden Puffer, um Aktienschwankungen komfortabel abzufedern.

GRAFIK: Marktanteil in %

Fondsmanager, die ihre Aktien- und Rentenquote nach einem variablen Ansatz steuerten, waren für die meisten Marktphasen gut gerüstet. Und noch heute gibt es die Traditionalisten, die versuchen, ihre Portfolios mit einer Mischung aus Aktien und Renten durch die Märkte zu navigieren. Allerdings profitieren sie – wenn überhaupt noch – von der vergangenen guten Ertrags- und Wertentwicklung bei Rentenpapieren. Immer mehr zum Verhängnis wird diesen Konzepten die Nullzinspolitik der Notenbanken. Sie haben mit immer weiteren Zinssenkungen dafür gesorgt, dass sich mit Staatsanleihen hoher Bonität nichts mehr verdienen lässt.

Wie sich die verschiedenen Rendite-Risiko-Profile bei Misch- und vermögensverwaltenden Strategien in den vergangenen Jahren entwickelt haben, zeigt eine Branchenauswertung des Research-Hauses MMD. Während die Experten im Frühjahr 2015 bei defensiv aufgestellten Portfolios noch ein durchschnittliches Plus von 7,7 Prozent im Ein-Jahres-Zeitraum errechnet haben, ist es in der aktuellen Erhebung bereits ein Minus von 4,2 Prozent.

Renten belasten die Ergebnisse

„Die Situation an den Rentenmärkten hat insbesondere traditionelle Mischprodukte mit einem hohen Rentenanteil belastet, da der eigentlich zur Risikoreduktion eingesetzte festverzinsliche Anteil stark unter Druck geraten ist und selbst zum Risikofaktor wurde“, sagt Nicolai Bräutigam, Fondsanalyst beim Analysehaus MMD Multi Manager in Arnsberg.

Seit einigen Jahren wollen alternative Produkte optimierte Rendite-Risiko-Profile bieten, die den Mischgedanken breiter fassen und neben Aktien nicht nur auf Renten, sondern zum Beispiel auch auf Rohstoffe, Immobilien oder Infrastruktur als zusätzliche Investmentthemen setzen.

GRAFIK: VV-Fonds: mehr Risiko, mehr Rendite

Vorbild des erweiterten Mischfondsgedankens ist unter anderem der Anlagestil der bekannten US-Universität Yale, der auf eine breite Diversifikation setzt und damit risikosenkend und ertragsverstetigend wirken soll. Aber auch breiter investierende Mischfonds sind keine Alleskönner und stehen unter dem Einfluss der immer schwieriger werdenden Marktbedingungen.

Dabei belasten nicht nur die Unberechenbarkeiten, die von dem Einfluss der Notenbanken rund um den Globus und der wieder schwindenden Bedeutung der Schwellenländer für die Weltwirtschaft ausgehen, sondern auch „hausgemachte“ Probleme, die sich aus den technischen Abläufen der Investmentmärkte ergeben. Wie etwa der Sekundenhandel oder der Einsatz von Stopp-Loss-Orders, durch die sich Marktbewegungen viel schneller und extremer auswirken können.

Innovationsdruck für Fondsstrategen

Alternativen zu klassischen Ansätzen sind auch die sogenannten Strategiefonds, die stets attraktive Investmentchancen zu nutzen versuchen, ganz egal in welche Richtung sich die Märkte gerade entwickeln. Hierfür lassen die Fondsmanager die unterschiedlichsten Investmentinstrumente bis hin zu Hedgefonds-Strategien, wie Long/Short oder Global Macro, zum Einsatz kommen. „Gute Strategiefonds können zur Diversifizierung von Depots beitragen und Rückschläge abfedern. Allerdings bergen auch sie Risiken und sollten im Einzelfall genau darauf untersucht werden, ob sie ein Gesamtportfolio sinnvoll ergänzen können“, betont Bräutigam.

Das zu beurteilen ist gerade für den nicht professionellen Anleger mitunter schwierig. Trotzdem ist der Zuspruch für Mischprodukte ungebrochen. Aktuell beträgt der Marktanteil am Publikums-fondsvermögen nach Angaben des Branchenverbands BVI fast 25 Prozent. Solange die Herausforderungen an den Märkten bleiben oder sogar noch steigen, deutet vieles darauf hin, dass die Nachfrage nach Multi-Asset-Lösungen – nicht zuletzt aufgrund der Vielfältigkeit bei Management-Ansätzen und Anlageergebnissen – weiter steigen wird.

GRAFIK: Warum ist Multi Asset gefragt?

Von: Carsten Krüger

Quelle: DAS INVESTMENT.

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