Das Investment: Fazit aus 85 Jahren: Die besten Sprüche von George Soros

sjb_werbung_das_investment_300_200SJB | Korschenbroich, 14.08.2015. Geschickter Finanzjongleur, großzügiger Philanthrop, provokanter Redner und Buch-Autor: Am Mittwoch feierte George Soros seinen 85. Geburtstag. DAS INVESTMENT.com gratuliert – und präsentiert die besten Sprüche der Hedgefonds-Legende aus den vergangenen Jahren.

Totgesagte leben länger. Das gilt wohl auch für George Soros. Als Jugendlicher jüdischer Abstammung überlebte er die Besetzung Ungarns durch Nazi-Deutschland. Er überstand die Schlacht um Budapest zwischen der Roten Armee und der deutschen Wehrmacht im Winter 1944, die mehr als 150.000 Menschenleben forderte. Auch die anschließende sowjetische Okkupation Ungarns konnte dem jungen György Schwartz – so Soros‘ ungarischer Name – nichts anhaben: Er flüchtete in den Westen.

Auch als hochbetagter Finanzjongleur hat Soros viele Feinde. Todfeinde, wenn es nach den Verschwörungstheoretikern im Netz geht. Denn im Frühjahr 2014 brachte die Nachrichtenagentur Reuters versehentlich einen Nachruf auf die Hedgefonds-Legende. Für die einen Versehen eines unerfahrenen Mitarbeiters oder Praktikanten, für den sich die Agentur umgehend entschuldigt hatte, für die Verschwörungsfans eine „bizarre Morddrohung“ über die Medien.

Doch auch Reuters‘ versehentlichen Rufmord überstand Soros unbeschadet. Heute feiert der Finanzguru, der vor einigen Jahrzehnten mit einer Wette die Bank of England in die Knie zwang, seinen Geburtstag. Auch mit 85 Jahren ist sein Verstand so scharf wie eh und je – davon zeugen die scharfsinnigen und mehr als provokanten Aussagen zur Eurokrise, Finanzmarktregulierung & Co. Wir haben die besten Sprüche für Sie  zusammengefasst.

CDS-Verbot für alle, “die nichts zu versichern haben”

Die Finanzderivate, die ihm eins seinen finanziellen Erfolg ermöglicht hatten, bezeichnet Soros nun als die Wurzel allen Übels an den Finanzmärkten. Sein Regulierungsvorschlag: CDS-Verbot für alle, „die nichts zu versichern haben“. Denn die Credit Default Swaps, die ursprünglich zur Absicherung gegen den Ausfall von Staatsanleihen konzipiert wurden, werden laut Soros nun überwiegend zweckentfremdet eingesetzt. Damit entwickeln sie sich zu tödlichen Finanzwaffen, erklärt der Großinvestor und vergleich CDS auf Staatsanleihen, die man gar nicht im Depot hat, mit Lebensversicherungen. Würde man fremdes Leben versichern und sich selbst als Begünstigter einsetzen können, könnte das manche Menschen zum Mord verleiten.

„Europa steuert auf eine Tragödie historischen Ausmaßes zu“

Das sagte Soros bereits im Jahr 2012 im Rahmen einer Präsentation seines Buchs in Berlin. Bei der gleichen Veranstaltung hat er anscheinend auch die Zuspitzung der Griechenland-Krise drei Jahre später vorhergesagt. „Eine Union funktioniert nicht ohne Transferleistungen“, erklärte der Finanzexperte im Bezug auf die Euro-Zone. Hilfeleistungen reicherer Regionen an die ärmeren Nachbarn seien der Normalfall, sagte er und führte als Beispiel Italien an, wo der Süden vom Norden massiv unterstützt wird.

Der Versuch, die Kreditbedingungen zu verschärfen und anderen Ländern so mehr Haushaltsdisziplin aufzuzwingen, werde hingegen in einer Katastrophe enden. „Europa steuert auf eine Tragödie historischen Ausmaßes zu“.

Vorzeichen für den 3. Weltkrieg

Derzeit sieht George Soros Vorzeichen für einen neuen Weltkrieg. Der Konflikt zwischen China und dem US-Verbündeten Japan könnte globale Ausmaße annehmen, zitiert das russische Online-Magazin Sputnik die US-Investmentlegende

China habe in letzter Zeit ihre Militärausgaben gesteigert, erklärte Soros im Mai dieses Jahres auf der Bretton-Woods- Konferenz der Weltbank. Sollte die Volksrepublik nun ihre Wirtschaft statt auf Export auf den Binnenmarkt ausrichten müssen, würde die Regierung in Peking einen auswärtigen Konflikt benötigen, um ihre Macht zu erhalten, vermutet der Starinvestor. „Wenn es zu einem Zusammenstoß zwischen China und dem US-Verbündeten Japan kommen würde, würden wir an der Schwelle eines dritten Weltkrieges landen.“ In diesem Fall könnte China ein politisches und militärisches Bündnis mit Russland eingehen.

„Ich werde der Erste sein, der in der Ukraine investiert“

Auch zur Ukraine-Krise hat der Starinvestor eine sehr klare Meinung. „Ich werde der Erste sein, der dort investiert“, sagte er vor einigen Monaten in einem Interview mit dem Handelsblatt. Aber erst, wenn „die Verbündeten der Ukraine eine politische Entscheidung treffen, alles zu tun, um dem Land zu helfen – ähnlich so wie es Mario Draghi für den Euro getan hat“. Soros‘ Investitionsplan: Mit einem Fonds, den er mit einer Milliarde Euro ausstatten würde, würde er in Infrastruktur und Landwirtschaft investieren.

„Wenn die Ukraine sich selbst verteidigen kann, kann sich indirekt auch Europa selbst verteidigen“

Soros erklärte auch, warum Europa ein Eigeninteresse an der Ukraine-Unterstützung habe. „Wenn die Ukraine sich selbst verteidigen kann, kann sich indirekt auch Europa selbst verteidigen“, schrieb er. „Eine Finanzspritze für die Ukraine würde helfen, ihre Wirtschaft zu stabilisieren und indirekt auch die europäische Wirtschaft beleben, indem sie Exporte und Investments in die Ukraine fördert.“

Vor dem Hintergrund der momentanen Probleme Russlands – dem billigen Rubel und dem niedrigen Ölpreis – könnte ein Fortschritt der Ukraine Wladimir Putin laut Soros dazu bewegen, sein Bestreben das Land zu destabilisieren aufzugeben. Deshalb fordert der Starinverstor ein Finanzpaket von 50 Milliarden US-Dollar (42,4 Milliarden Euro) oder mehr. „Die Ukraine würde radikale Reformen starten und zu einem Land der Hoffnung werden, das die Aufmerksamkeit privater Investoren auf sich zieht, anstatt am Rande des Bankrotts zu schweben“, schreibt Soros weiter.

Von: Svetlana Kerschner

Quelle: DAS INVESTMENT.

Siehe auch

FondsProfessionell: Asset Manager: Britische Aktien bieten die Welt zum Schnäppchenpreis

Der britische Aktienmarkt leidet unter schwacher Performance und Kapitalflucht. Zugleich sind etliche Firmen aus dem Vereinigten Königreich globale Marktführer. Mit deren Aktien bauen Investoren eine Allokation in die Weltwirtschaft auf – zu günstigen Bewertungen, so Principal Asset Management.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert