Das Investment: China-Fonds setzen sich wieder an die Spitze

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 SJB | Korschenbroich, 20.04.2015. Einmal verdoppeln ist nicht genug: Nachdem mehrere Branchen-ETFs auf den chinesischen CSI-300-Index bereits 2014 ein sensationelles Comeback feierten, liegen sie 2015 bereits wieder mit bis zu 59 Prozent vorn. Anders als im Vorjahr sind dieses Mal auch aktiv gemanagte China-Fonds bei der Rally dabei.

„Dieser Chart sollte Anlegern Angst machen“ warnt Manager Magazin Online und vergleicht die aktuelle Situation am chinesischen Aktienmarkt mit jener im Herbst 2007. Damals schossen die Kurse ähnlich steil in die Höhe – um anschließend genauso schnell wieder abzustürzen. Auch Templeton-Urgestein Mark Mobius behagt das Aufstiegstempo nicht so recht. Ein Absturz um 20 Prozent sei „sehr gut möglich“, gab der Manager des Templeton Asian Growth vergangene Woche in Hongkong zu Protokoll.

Ob gerechtfertigt oder nicht – das Gros der Anleger schlug in den vergangenen Wochen alle Warnungen in den Wind und trieb die Börsen in Shanghai und Shenzhen allein seit Mitte März um mehr als 30 Prozent nach oben. Am stärksten von dieser Entwicklung profitierten zwei Branchenindizes aus dem Hause DB X-Trackers, die seit Jahresbeginn um 59 beziehungsweise 57 Prozent zulegten und damit die Liste der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Aktienfonds anführen (siehe Tabelle). Noch besser schnitten lediglich einige gehebelte Dax-ETFs und mit dem Comstage PSI 20 Leverage ETF ein weiteres Strategieprodukt ab.

AKTIENFONDS 2015: CHINA- UND RUSSLAND-FONDS RANGELN UM DIE FÜHRUNG

Anders als 2014 können beim jüngsten China-Höhenflug auch aktiv gemanagte Fonds wie der Edmond de Rothschild China oder der GAM Star China mithalten. Das liegt zum einen daran, dass deren bislang vor allem auf die Börse in Hongkong fokussierten Manager sich seit einigen Monaten auch stärker in Shanghai und Shenzhen engagieren dürfen. Zum anderen sind chinesische Anleger seit einigen Wochen stärker in Hongkong aktiv, so dass die dort gehandelten Aktien einen Teil ihres Rückstands aufholen konnten.

Der aktuell wohl prominenteste China-Fan ist Jim O’Neill. Der Vater des Bric-Gedankens bescheinigt dem Land in einem aktuellen Kommentar, die in seine Entwicklung gesetzten Erwartungen voll erfüllt zu haben – anders als die restlichen Quartett-Mitglieder Indien, Brasilien, und Russland. Eine Enttäuschung, die in den vergangenen Jahren im Falle der beiden letztgenannten Länder auch an der Börse zu beobachten ist.

Ein Superlativ, der in den vergangenen Wochen vereinzelt auch über Griechenland zu lesen war. Bislang ist davon in den Ranglisten jedoch wenig zu sehen – an der griechischen Börse aktive Aktienfonds gehören zu den wenigen Verlierern des laufenden Jahres. Kurzfristig dürfte sich an diesem Bild angesichts immer neuer Horrormeldungen über eine drohende Staatspleite und den Ausstieg aus dem Euro auch nicht viel ändern. Für geduldige und vor allem nervenstarke Anleger könnte es sich dennoch lohnen, ganz allmählich die Fühler Richtung Athen auszustrecken: Wenn die Kurse an einer über längere Zeit gemiedenen Krisenbörse erst einmal ins Laufen kommen, geht alles manchmal ganz schnell – siehe China und Russland.

Von: Egon Wachtendorf

Quelle: DAS INVESTMENT.

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