Managersichten SJB Nachhaltig: Bellevue Funds – BB Adamant Asia Pacific Healthcare (WKN A2DPA9) – November 2021

Oliver Kubli, FondsManager des Bellevue Funds – BB Adamant Asia Pacific Healthcare

SJB | Korschenbroich, 30.12.2021.

Im November führte der Ausbruch der neuen, offenbar äusserst aggressiven südafrikanischen Variante des Coronavirus, Omicron, zu Unsicherheiten und erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten. Die asiatischen Märkte sowie jene der Schwellenländer büßten im November durchschnittlich rund vier Prozent an Wert ein. Vor diesem Hintergrund gab der Bellevue Funds – BB Adamant Asia Pacific Healthcare B EUR (WKN A2DPA9, LU1587985570) um vergleichsweise geringe 0,1 Prozent nach, während die Benchmark mit -1,4 Prozent stärker ins Minus rutschte. Im aktuellen Monatsreport berichtet FondsManager Oliver Kubli über die jüngsten Marktereignisse und analysiert die Geschäftsentwicklung ausgewählter Positionen des in der FondsStrategie SJB Nachhaltig enthaltenen Fonds.

Marktrückblick

Bis zur letzten Handelswoche bewegten sich die Aktienmärkte im mittlerweile gewohnten Rahmen. Die Märkte trotzten der anhaltend hohen Inflation und auch die bevorstehende Reduktion der Anleihenkäufe durch das Fed, hatten keinen negativen Einfluss. Der Ausbruch der neuen, offenbar äusserst aggressiven südafrikanischen Variante des Coronavirus, Omicron, führte dann aber zu Unsicherheiten und folglich zu erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten. Zudem beteuerte der Präsident des Fed, Jerome Powell, einmal mehr, dass in naher Zukunft mit dem sogenannten «Tapering» begonnen werden könnte, und sprach sogar von der Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation nicht, wie bis anhin mehrheitlich angenommen, von vorübergehender Natur sei. Der MSCI World verlor im Berichtsmonat, gemessen in USD, 2,2%, notiert aber seit Jahresbeginn über 17% höher. Die asiatischen Märkte sowie jene der Schwellenländer büssten im November durchschnittlich rund 4% an Wert ein. Auch die Gesundheitswerte dieser Regionen notieren im Vergleich zum Vormonat gut 3% tiefer.

Der US-Pharmariese Pfizer gab bekannt, dass seine antivirale COVID-19-Pille die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei Erwachsenen mit hohem Risiko um fast 90% gesenkt hat. Der Rivale Merck hingegen erklärte, eine abschliessende Analyse seiner COVID19-Pille habe ergeben, dass das Medikament weniger wirksam sei als eine erste Untersuchung. Diese unterschiedlichen Resultate könnten auch Auswirkungen auf die Zulieferer Divi’s Laboratories und Wuxi Apptec haben. Divi beliefert Merck, während Wuxi Apptec einen Vertrag mit Pfizer abschliessen konnte. Olympus hat ein hervorragendes Quartalsergebnis mit einer bisher unerreichten operativen Marge von 22% bekanntgegeben. Das Unternehmen hob zudem die Prognosen erneut an, genau wie nach dem 1. Quartal.

Die neue Portfolioposition SK Bioscience veröffentlichte starke Quartalszahlen mit einem Umsatzwachstum von rund 130% respektive einem Gewinnwachstum von stolzen 190%. Das koreanische Unternehmen ist zuständig für die Produktion der COVID-19-Impfstoffe von Novavax sowie AstraZeneca. SK Bioscience verfügt zudem über einen hauseigenen Impfstoff, der sich bereits in Phase III der klinischen Forschung befindet. Die Aktien von Celltrion kamen unter Druck, da erneut Fragen bezüglich der Verbuchung von Gewinnen und Lagerbeständen zwischen den einzelnen Celltrion-Gesellschaften aufgetaucht sind. Die Aufsichtsbehörden bestätigten, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Wir haben daraufhin die Position vollständig verkauft.

Im abgelaufenen Monat wurden neu SK Bioscience, Dian Diagnostics, Kingmed Diagnostics und Metropolis Healthcare ins Portfolio aufgenommen. Zudem wurden Hoya, CSL, Legend Biotech und Akeso aufgestockt. Nicht mehr im Portfolio vertreten sind Celltrion, Ali Health, Terumo und Aurobindo. Reduziert wurden Aier Eye Hospital, Bangkok Dusit Hospital, Mindray und Sun Pharma.

Positionierung & Ausblick

Asien ist die dynamischste Wachstumsregion der Welt, in der mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt. Bis 2050 dürfte der Anteil der asiatischen Schwellenländer an der Weltwirtschaftsleistung mehr als 50% ausmachen. Asiatische Volkswirtschaften mit steigenden Einkommen verändern ihr Wachstumsmodell weg vom Industrie- hin zum Dienstleistungssektor. Mit der wachsenden Mittelschicht steigt die Nachfrage nach moderner Medizin. Gesundheit steht vermehrt weit vorne auf der Wunschliste. Milliardeninvestitionen in Infrastruktur, neue Technologien und Forschung treiben die Modernisierung des Gesundheitswesens voran. Die Menschen erhalten dadurch breiteren Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung. Die Nachfrage steigt zusätzlich durch eine rasch voranschreitende Überalterung. Allein in China werden in 30 Jahren 400 bis 500 Millionen Menschen über 60 Jahre alt sein, die vermehrt moderne Gesundheitsdienstleistungen und Medikamente benötigen.

Japan, das auch als das «demografische Labor der Welt» bezeichnet wird, setzt seit vielen Jahrzehnten auf Spitzeninnovationen. Technologieführer in Bereichen wie beispielsweise Antikörpertechnologien, Immuntherapien, Robotik, Digitalisierung, Diagnostik oder auch bildgebende Verfahren sind im Land der aufgehenden Sonne anzutreffen.

Der Fonds bietet einerseits einen defensiven Zugang zu den asiatischen Schwellenländern und andererseits spannende Investitionsmöglichkeiten in Technologieführer in der gesamten Region. Wir investieren in die gesamte Wertschöpfungskette des Gesundheitswesens, von Generikafirmen über Biotechunternehmen zu Gerätehersteller bis hin zu Digital-Health-Gesellschaften.

Siehe auch

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