Die Deutsche Bank macht Verluste – und will trotzdem die Boni für ihre Investmentbanker drastisch erhöhen. Das kann nur rechtfertigen, wer eine Liga zu weit nach oben schielt. Wenn es um die Bezahlung von Investmentbankern geht, bemühen deren Chefs gerne den Vergleich zum Fußballgeschäft. Hier wie dort, heißt es, würden natürlich sehr hohe Gehälter gezahlt. Aber das sei auch nötig. Man bekomme nun mal nur so die besten Leute. Zahle ein anderer mehr, seien sie schnell weg.
Auch Marcus Schenck ist ein großer Fußballfan – Bayern München ist sein Verein. Im Hauptberuf ist Schenck Vizechef der Deutschen Bank und deren oberster Investmentbanker. Wenn alles stimmt, was man so hört und liest, dann war er es, der bei Deutschlands größtem Geldhaus die Rückkehr der üppigen Bonuszahlungen durchgesetzt hat. Obwohl die Deutsche Bank an diesem Freitag den dritten Jahresverlust in Folge präsentiert hat, sollen die Zusatzzahlungen nach einem kargen Vorjahr nun wieder steigen. Mehr als eine Milliarde Euro sollen fließen.